Heerkretz liegt in Siefersheim, in der Rheinhessischen Schweiz. Der Weinberg kam durch einen Lagentausch mit Wagner-Stempel ins Portfolio. In 2024 ist es nur ein kleiner Edelstahltank, kein Holzeinfluss, sehr pur. Die Trauben haben in 2024 eine Maischestandzeit von ein paar Stunden bekommen, um etwas mehr Stoffigkeit zu bekommen und die Säure zu bändigen. Eine steile Lage, windoffen, eher kühl. Porphyrboden, also vulkanisches Gestein. Die Weine werden hier immer schlanker, stahliger, eleganter. Die Lage ist von ihrer ganzen Art eher vielleicht sogar eher der Nahe zuzurechnen, die Lese ist hier auch extrem spät für Rheinhessen-Verhältnisse. Heerkretz ist das reduktivste, wildeste und straffste GG bei Bischel, wir haben nicht die kühle Eleganz des Hundertgulden und nicht die warme Würze des Scharlachberges. Die Heerkretz ist eben extrem karg, sehr steinig, wild. Ob der ziselierten, etwas in sich gekehrten Art mag man die Heerkretz leicht unterschätzen in ihrer Jugend, aber diese Weine reifen so unglaublich gut. Und mit den tiefen pH-Werten und der gigantischen Spannung in diesem 2024er wird wohl das ein Langstreckenläufer par excellence. Die Renaissance von 2004. Seine grünlichen Reflexe und die feine Balance verleihen ihm ewige Jugend, das ist großer Riesling für Insider, vom Melting Pot zwischen Nahe und Rheinhessen.