Gestaffelte Handlese schon beim Gutswein, danach kurze Kaltmazeration und spontane Vergärung und Ausbau überwiegend im Edelstahl und ein kleiner Anteil Stückfass von rund 20 Prozent. Wächst nahezu komplett auf Kalksteinlagen, alles Erste und Große Lagen: Goldberg, Laurenzikappelle, Hundertgulden. Es ist also eine Vorlese aus den Crus. Unterschiedliche Expositionen und Rebalter, das macht den Gutswein sehr vielschichtig. Das ist nur wenig abgestuftes Material, sondern schon auch selektiv ausgewählte Parzellen und jüngere Reben, die immer in den Gutswein eingehen. Ein puristischer Kalkstein-Riesling mit viel Würze und eher reduzierter Frucht in 2024. Selbst der Gutswein geht eher zum Stein, da merkt man schnell, wie fokussiert und terroirgeprägt Bischel mittlerweile arbeitet. Das sind keine Fruchtbomben. Knackige Spannung aus Limettenzesten, grüner Birne, Granny Smith, Muschelschale. Wir haben eine fein austarierte, lebhafte Säurespur, kühl und elegant. Die Trauben waren nicht durch die Bank goldgelb, sondern eher so am Übergang von grünlich zu gold, und die daraus resultierende Elektrizität und Kräuterigkeit setzt sich schon im Gutswein fort. Wir sind bei der puren Kalksteinstilistik, straight, salzig, dennoch rund. Kompromisslos gut.