Der uralte Weinberg in Penafiel auf 760 Höhenmetern wurde kurz nach dem Einfall der Reblaus in Spanien um ca 1890 gepflanzt. Ein wilder Field-blend mit ca. 80% Tempranillo und dazu Granache, Bobal und weiße Albillo Mayor. Die eine oder andere Rebsorte steht aber zwischen den ca 3000 uralten Buschwein-Reben auf dem einen Hektar Alluvial-Schwemmland des Sand-Kalk-Quarzid-Terroirs in Flussnähe. Nase und Mund des Weins deuten aber mit leichter Blutspur auf Eisen im Untergrund hin. Es gibt nur 380 Flaschen mit nur 12,5% Alkohol. Handlese des gemischten Satzes und dann nur teilweises, händisches Entrappen, spontane Fermentation mit den Hefen dieses Weinbergs. Sehr softes Abpressen am Ende der Vergärung und Ausbau 18 Monate in gebrauchtem Holz und Amphoren. Der Wein ist farblich, wie für Weine aus Ganztrauben nicht unüblich, eher von einem hellen Blau-Schwarz geprägt. Die Nase kommt mit etwas Blut (Eisen?), Holunder, Schwazkirsche und Garrigue (Rappen?), dazu Mandarine, Orangenzesten und leicht grünliches, oranges Steinobst. Etwas Marzipan und Moschus, helle Lakritze, schwarze Johannisbeeren, alles fein und ätherisch, das Gegenteil von marmeladig. Holunder mit Eisen und Salz im Mund, verblüffende, aber unagressive Frische und Säure, schwarze und rote Johannisbeere mit dunkler, Limette, Bitterorange mit konzentrierter aber unsüßer Waldhimbeere und Brombeere. Sehr langer frischer Nachhall mit hoher, aber unsüßer Fruchtaromatik und Salz, ein guter Touch Kreide und Kalkstein, Sanddorn, Hagebutte, wieder herbe Holunder, Blaubeerschalen. Ein enorm komplexes Unikat, feinstes Tannin, große aber unagressive Frische, ein Wein von hoher Intensität. Man meint das hohe Alter der Reben zu schmecken, der Wein hört gar nicht wieder auf und nimmt alles ein, belegt alle Geschmacksknospen und ist dabei voll tänzelnder Finesse. Nicht everybodys Darling und nicht für jeden Tag, aber ein Freude stiftendes, verblüffendes Ergebnis. In seiner Art fast einzigartig, mir fällt kein Vergleich ein, keine Assoziation. Toll.