Die Parzelle aus dem der Wein stammt wurde 1934 gepflanzt und ist von einer kleinen Mauer umfasst. Es ist ein extrem steiler Part im Rothenberg, was der nördlichste Zipfel des Roten Hanges ist, direkt ans Pettenthal anschließend. Der Rothenberg hat die wildeste Nase aller Rieslinge bei Spaniers. Feuerstein ohne Ende, funky, Steinsalz, Graphit. Es gibt hier, wie meistens bei Kühling, quasi keine Frucht. Wir bleiben vollständig im Mineral- und Kräuterspektrum. Ich kann mich an nicht viele Rieslinge erinnern, die jung so packend, düster und faszinierend waren wie dieser Rothenberg. Druckvoll, auf den Gaumen pressend in so dichter, steiniger Mineralität. Das ist eine unbändige Schubkraft, die sich da am Gaumen entlädt. 2023 hat eine höchst faszinierende Mischung aus substanzieller Kraft, cremigem Extrakt und elektrisierender Feuerstein-Spannung, die sich ungeschminkt und knochentrocken auf den Trinker überträgt. Ein Überfall auf alle Sinne. Die Quadratur des Kreises im Spitzen-Riesling, da geht wenig drüber. Das ist ganz großer Stoff für Jahrzehnte.