Vigna Ca’Mia ist Brovias acht Hektar große Monopollage in Serralunga. Mitten im Weinberg steht das Haus, in dem die Familie während der Sommerzeit lebt. Es ist der Weinberg mit dem größten Kalksteinanteil bei den Brovias. Dazu kommen ein bisschen weißer Lehm und Sand. Luca Currado-Vietti vom Weingut Penna-Currado (ehemals Vietti) ist überzeugt, dass dies eine der absolut besten Lagen Serralungas ist. Dadurch, dass sie allein von Brovia gemacht und abgefüllt wird, fliegt sie aber weitestgehend unter dem Radar. Das ist also ein echter Insider-Wein, den Barolo-Liebhaber unbedingt entdecken sollten! Bei Brovia werden alle Crus ganz genau gleich gemacht. Die Trauben werden immer zu 100 Prozent entrappt. Fermentation in Beton, wo der Wein drei bis vier Wochen auf der Maische bleibt. Anschließend wird er in einen Stahltank gezogen, wo die Malo stattfindet. Dann folgt der Ausbau in großen Holz-Botti von 2.500-3.500 Litern. Das Besondere bei Brovia: Hier wird die Maische übergepumpt, aber der Saft wird nicht von oben mit einem Strahl wieder zugeführt, sondern über eine flache Platte quasi darüber gesprüht. Alles, um elegante Weine zu machen und die Tannine der Schalen nicht zu sehr zu extrahieren. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Schwebende Aromen von duftendem Herbstwald, tiefem konzentriertem Potpourri, getrockneten Rosen, ätherischen Kräutern, Mahagoni-Holz, Eisen, Blut, sowie auch würzige, fleischige Noten. Diese »weinige«, aromatisch bereits ziemlich komplette Nase liefert bereits in diesem sehr jungen Stadium bei meiner Probe Ende Oktober 2025 enorm viel Vergnügen für Liebhaber klassischer Barolo-Weine! Noten von zart rauchigem Teer und intensiven, dunklen, mineralischen Einschlägen sind verwoben. Alles ist so erhaben, do dicht und so harmonisch. Im Mund hat dieser Wein eine große Menge dichter und geschliffener, sehr gut integrierter Serralunga-Tannine, die in einer noch größeren Menge an dunkler, reifer saftiger Frucht schwimmen. Reife, saftige Schwarzkirsche, Brombeere und auch etwas Brombeerstrauch mit braunen Gewürzen wie duftiger Muskatnuss und brummenden Nelken. Der Wein gleitet druckvoll über die Zunge und endet in noblem, steinigem, mineralischem Teer und einem Hauch Chili. Dabei beeindruckt die besonders harmonische und erfrischende Säure des Weins. Alles ist frisch, nichts ist schwer. Mega beeindruckender Stoff! Der Wein wurde im Juli 2025 abgefüllt und wird sich mit etwas Flaschenreife vertiefen und in Komplexität zulegen! Winzer Alex Sanchez ist der Meinung, dass 2022 früher zugänglich sein wird. Der Jahrgang erinnert ihn an 2017 mit mehr Frische, er wird nicht unendlich lange brauchen zur Trinkreife, aber ist garantiert und ganz ohne Probleme für 20 Jahre im Keller gewappnet.