»Secret Garden« ist immer streng limitiert, quasi eine Produktion in »Kleinserie«. Das Vorbild: Kein geringerer als der weiße Grand Vin von Smith-Haut-Lafitte, der ihn so nachhaltig beeindruckte, als er ihn zum ersten Mal im Glas hatte. Den Namen hat Alex bewusst mysteriös gehalten, denn er verrät nicht die genaue Lage, aus der dieser Wein stammt. Fakt ist aber, dass es sich dabei um seine besten Sauvignon Blanc und Chardonnay-Parzellen vom Muschelkalk handelt. Im Weinberg wird extrem ertragsreduziert gearbeitet, alle Trauben werden halbiert, um wirklich konzentriertes und aromatisches Ausgangsmaterial zu erhalten. Dann penibelst vorselektiert und natürlich von Hand gelesen. Es ist eine Cuvée aus jeweils 50 Prozent Sauvignon und Chardonnay, wobei der Sauvignon Blanc im Stahltank und der Chardonnay im neuen, französischen Barrique ausgebaut wird. Die erste Nase ist schon enorm verblüffend: Weißer Bordeaux, Spitzen-Sauvignon à la Von Winning oder Weedenborn? Oder doch Silex? Die Sauvignon-Aromatik überwiegt hier definitiv, der Chardonnay unterstützt mit feinem Holzschmelz und druckvoller Würze. Feuerstein, etwas Zedern- und Sandelholz. Dann sehr elegante, exotische Frucht: Passionsfrucht, Papaya und Grapefruit, gelbfleischige Ananas und junge Mango. Feine Nussigkeit. Sehr komplex und reich, aber nicht fett, immer elegant bleibend. Am Gaumen mit ordentlich Druck und Spannung, auch hier kein Fett, sondern nur Finesse. Auch wieder leichte Exotik und eine ultraklare Säureader nebst salzig-kalkiger Mineralität. Das ergibt so eine großartige, hohe Dramatik, vibrierende Textur und Frische. Hedonistische Saftigkeit trifft auf ein klar definiertes, mineralisches Profil. Trinkfluss pur – aber mit Anspruch und echtem Hang zur Größe. So etwas habe ich selten im Glas gehabt, noch seltener aus Deutschland. Bravo Alex, das hat wirklich Ikonen-Potenzial, sehr stark!