In der Lage Cicala gibt es wesentlich mehr blauen Lehm, Kalkstein und Eisen als in Bussia. Der Boden ist hier locker und hat ein geringes Wasserhaltevermögen, dadurch werden die Reben gezwungen, tief zu wurzeln, um an Wasser zu kommen. Der Wein kommt zwar wie der Colonnello vom gleichen Bussia-Weinberg, aber hier geht es ganz klar in die Richtung des Maskulinen und des Schweren. Cicala ist neben dem Romirasco durch den hohen Eisenanteil im weißen Lehm immer die druckvollste, kraftvollste Lage bei Aldo Conterno. Im Stahltank vergoren. Dann 30 Monate lang in 25 HL großen Fässern ausgebaut, und anschließend nochmal beinahe ein Jahr im Stahltank. Während dieser Zeit fallen Trübstoffe auf den Boden des Tanks, das Weingut füllt ohne Filtration ab. Vigna Cicala ist eine selbstbewusste Dame in perfektem, festlichem Make-up. Intensiver Knallroter Lippenstift und pralle, runde Wangen! Salma Hayek in Wild Wild West. Der Wein steht in vibrierend leuchtendem, mittlerem Rubinrot im Glas. Die Nase ist herrlich opulent. Wie ein dichter, samtiger Vorhang steigt die intensive, süße rote und schwarze Kirschfrucht gemeinsam mit süßer Würze von blondem Tabak und getrocknetem Herbstwald aus dem Glas. Auch etwas Vanille, Sternanis, Orangenblüte und Orangenabrieb mit einem Hauch Minze. Diese Opulenz und Duftigkeit, schon allein beim Riechen, ist absolut famos! Der Wein schaltet nach dem zuvor probierten super eleganten Colonnello nochmal zwei Gänge runter – die Intensität geht hoch. Hier ist der Holzausbau momentan noch einen Touch mehr präsent in seiner Würzigkeit. Über all der opulenten Frucht schweben getrocknete Kräuter, ein Hauch Heu und rote Blüten. Im Mund ist dieser Vigna Cicala wahrhaftig ein Gedicht! Krass präzise rote Kirsche, Johannisbeere werden Zeile für Zeile berührend und anmutig über die Zunge geführt. Spannungsgeladen und vielschichtig. Blonder Tabak mit einem Hauch Vanille. Alles ist in herausragender Balance und Harmonie. Die vielen Tannine sind dezent griffig und passen wie maßgeschneidert zu dieser opulenten, echt intensiven Frucht. Ein Gevrey-Chambertin Plus mit drei Sternen, vielleicht mit etwas mehr süßer Würze im Glas als Gevrey. Der Wein braucht noch mindestens 5 Jahre im Keller, bis er in sein erstes Trinkfenster kommen wird. Die Tannine verdienen diese Zeit! Ein ziemlich perfekter, hedonistischer und absolut famoser Wein! Es werden insgesamt gerade mal 6.500 Flaschen gemacht. Dieser Stoff ist der Perfektion unglaublich nahe – oder ist das sogar schon Perfektion!?