Der Hanweiler Maien ist terroirseitig gar nicht so weit vom Fellbacher Lämmler entfernt, nur wirkt hier alles noch etwas erdiger, rötlicher, eisenhaltiger. Bunte Mergelböden mit hohem Kalk-Lehm-Anteil prägen diese Lage und geben dem Chardonnay eine ganz eigene Mischung aus Druck, Würze und kühler Straffheit. 100 Prozent Vergärung und Ausbau in gebrauchten französischen Fässern über 14 Monate. Also kein lautes Holz, sondern eher Textur, Luft und ein feiner Rahmen für die herzhafte Mineralität des Maien. Die Nase ist sofort Aldinger: würzig, röstig, rauchig, aber nie fett. Eine rauchige, nussige Reduktion, sehr typisch, dazu Feuerstein, Haselnuss und etwas geröstete Mandel. Dahinter reife Birne, Quitte, heller Pfirsich und etwas Melone. Mit Luft kommen Zitronenzeste, Mandarinenschale, zarte Kräuter und eine feine, fast salzige Gesteinsnote dazu. Das hat Schmelz und Tiefe, bleibt aber wunderbar kühl und fokussiert. Am Gaumen zeigt der Wein richtig Druck und Zug. Grapefruit, reife Zitrone, Birne und heller Pfirsich laufen auf einer frischen, leicht salinen Säurespur entlang. Kraftvoll, aber straff gehalten, mit dichtem Extrakt und einer weicheren, fast cremigen Gaumenmitte. Das gebrauchte Holz gibt nur ganz dezent Würze und Struktur, die Phenolik packt im Finale schön zu und zieht den Wein wieder in die Länge. Schlank und trotzdem druckvoll, nussig-rauchig, rassig und präzise. Ein Chardonnay mit burgundischem Ernst, aber klar schwäbischer Handschrift.