Von der Balance und der Säurefrische ist der Jahrgang vergleichbar mit 2015 oder 2012, auch mit 1996 sagt Papa Dr. Richter. Hohe Extraktwerte und sehr hohe Weinsäureanteile. Mittelhohe Mostgewichte, aber sehr reifes Lesegut. Die Reben sind in den 1890er Jahren gepflanzt, also wirklich »uralt«. Natürlich wurzelecht, Einzelpfahl. Aus dem Filetstück der legendären Sonnenuhr, direkt bei JJ Prüm und Co., im Herzen dieses legendären Weinbergs. Spontanvergoren und ausgebaut im traditionellen alten Moselfuder. Es gibt ein einziges Fuder in 2023. Schon beim ersten Hineinriechen wird man in den Bann dieses wunderbaren Moselrieslings gezogen! Was für ein köstlich-feiner Moselduft, Flieder, Veilchen, viel Pfirsich, gelb und weiß. Weniger würzig als Brauneberg, mehr in dieser floralen Finesse unterwegs. Die zarte gelbe Frucht ist etwas scheu, leicht reduktiv in der Jugend, wie die Sonnenuhr eben ist. Der Mund kracht vor Mineralik, ist für den runderen und feineren Jahrgang schon sehr salzig-pikant und griffig-steinig. Der Feuerstein zieht an den Backen, feinmineralisch. Die Frucht ist so saftig und zart, so verspielt. Die 2023er macht diese geniale Mischung aus hoher Konzentration und stahliger Frische aus. Da kommt eine solch irre mineralische Länge aus diesen uralten Reben, der Wein schwebt durch den Nachhall. Ich befürchte, die meisten Flaschen werden die ihnen gebührende Reife von 20 und mehr Jahren kaum erleben, einfach weil es so köstlich und animierend saftig ist. 95-96+/100,