Die Wolfer Goldgrube ist Daniel Vollenweiders Paradelage. Hier bewirtschaftet er den Löwenanteil, und mit dieser Lage fing alles an. Teilweise wurzelechte Reben und nur Einzelstöcke, von der Flurbereinigung verschonte Parzellen in dieser Steillage. Dieser Lagenwein stammt aus den besten Parzellen und ältesten Reben, die bis zu 120 Jahre alt sind. 24 Stunden Maischestandzeit direkt in der Presse, teils mit der Korbkelter teils pneumatisch. 100 Prozent Spontangärung auf 3 Gramm. Ausbau im Edelstahl mit sehr langem Hefekontakt, etwa ein Jahr. Direkt von der Vollhefe runter gefüllt. Bitte unbedingt mindestens auch einige Flaschen zum langen Lagern kaufen, denn dies ist ein echter Langstreckenläufer. Es ist quasi die Turboversion des Einstiegs Felsenfests. Dies ist eigentlich eine Spätlese trocken im klassischen Sinne. Der 2021 ist ruhig und elegant, zeigt nur ganz feine Anklänge von Zitrusfrucht und frischen Weintrauben. Auch sehr viel Kalkstein in der Nase, obwohl hier natürlich Schiefer die Dominante ist. Feine Aromen von weißem Tee und Kräutern. Auf der Zunge meint man zunächst der Wein sei recht zugänglich, weil es erst in dieser geschmeidigen Steinobstfrucht ankommt, aber hintenraus kommt dann der Aha-Effekt. Der Wein wird immer schlanker und stahliger, die ultramineralische Schärfe übernimmt das Kommando, weißer Pfeffer, Ingwer, Austernschalen. Die unglaubliche Phenolstruktur beißt sich am Gaumen fest, das ist schon ziemlich krass was hier los ist. Der Wein ist glockenklar, kristallin und fest gebaut, aber für den Jahrgang durchaus fein und reif. Die extrem späte Lese hat sich gelohnt. Ein herausragender Moselriesling, aber auch ein durchaus fordernder Wein, einfach superb, weniger Frucht als Terroir, Mineralik und Eleganz, aber wie ich schon sagte besser 5 Jahre Zeit lassen. 95-96/100,