Lobenberg: Diese Lage hat Thomas Haag erst vor einigen Jahren erworben. Sehr alte Reben. Dies ist eine der auch von der Ausdehnung großen Spitzenlagen der Mosel mit fast mythischem Klang. Die Lage schließt sich an den Graacher Domprobst an und liegt in unmittelbarer Entfernung zur Wehlener Sonnenuhr. Sie ist sicherlich auch wegen Prüm eine der bekanntesten Lagen für Süßweine. Aber Thomas Haag macht hier ein Großes Gewächs, keinen restsüßen Wein. Das Himmelreich ist dunkler und kerniger in der Mineralität als die benachbarte Wehlener Sonnenuhr, die immer die große Feinheit ist. Thomas lässt die Großen Gewächse immer lange gären und es dauert lange, bis sie überhaupt filtriert und abgestochen werden, bis Anfang Juli. Dann werden sie im Spätsommer gefüllt. Die Nase dieses GGs ist kristallklar und hochfein, aber durchaus intensiv. Wow, ich glaube das Himmelreich ist mein Favorit dieses Jahr. Krachende Spannung, enorm mineralgetrieben. Der Wein zieht Salzspuren durch die Nase und den Mund. Energie, Energie, Energie! Weißer Pfeffer, nasses Gestein, Litschi und Orangenschale. Eine irre Spannung, eine Pikanz, denn dieser Wein hat richtig tolle, mineralische Schärfe. Er ist völlig botrytisfrei, ganz puristisch, aber mit einer salzig, mineralischen Schieferschärfe, die sich unendlich zieht. Unglaublich wie scharf und spannungsgeladen das Himmelreich aus diesem fruchtstarken Jahrgang ist. Ein großer Riesling, pures Mineral! Im extrem langen, schlank und rassig definierten Finale kommt diese dunkle, fast mysteriöse Mineralität wieder zum Tragen. Für mich mit in der ersten Reihe der Mosel dieses Jahr.