Lobenberg: Die Goldkapsel ist aus den ältesten Reben des Felsenecks. Es gibt auch eine normale Spätlese. Die Parzelle für die Spätlese und die Spätlese Goldkapsel sind 65 Grad steil. Der Unterschied ist eben, dass in der GK nur die alten Reben sind, alle über 50 Jahre alt. Die Reben wurzeln tiefer und das führt dazu, dass die Intensität dieser Spätlese so dramatisch höher ist. Durch die spätere Lese hat die Spätlese eine viel feinere Phenolik als das Kabinett, man spürt die etwas höhere Reife. Die Spätlese ist fast 2 Wochen später geerntet als das Kabinett, die Säure ist etwas niedriger, auch reifer, der Restzucker liegt bei 90 Gramm, also doppelt so hoch – aber, und das ist das Grandiose und Überraschende, es trinkt sich genauso animierend wie das Kabinett. Den höheren Restzucker spürt man kaum, es hat so immens viel Frische und Spannung, dass da eine kabinettige Spätlese entsteht. Die Steinigkeit gibt ihr aber auch einen Biss und eine raue, wilde Seite, die ja typisch für Fröhlich ist. Der Boden macht den Unterschied, dass auch die Spätlese so ultrafein und filigran, ja noch feiner sogar als das Kabinett rauskommt. Es ist weniger säurelastig als 2021, seidiger, feiner, aber geht von der Straffheit in eine ähnliche Richtung. Tolles Jahr! 97+/100