Dirk Würtz, der ja jetzt federführend bei St. Antony ist hat sich entschieden alle GGs zu 100 Prozent im Edelstahl zu vergären und auszubauen. Komplett spontanvergoren, während des gesamten Prozesses und auch zur Füllung nur sehr niedrig geschwefelt, das ist spürbar, die Weine zeigen sich offen, klar und zugänglich, selbst im jungen Stadium eher leicht oxidativ, zumindest keineswegs reduktiv, trotz des Stahlausbaus. Über 6 Wochen gelesen in vielen Durchgängen, extrem selektiv. Keine Maischestandzeit, langsam über 8 bis 10 Stunden oxidativ gepresst. Verbleib in den frühen Sommer des Folgejahres auf der vollen Hefe, dann abgezogen. Man hält die Nase ins Glas und boom! Man wir direkt von einer Ladung Passionsfrucht und reifer Grapefruit getroffen, dass man meint an der Amalfiküste zu stehen. Die Nase schreit Pettenthal! Würze, warmer Stein, Graphit und Holzkohle mit südlicher, warmer Zitrusfrucht von Orange bis Yuzu. Eine ungeheuerliche Mineralität entlädt sich im Mund, herbsaftig, warmsteinig, mit gewaltig viel Druck aus den Gerbstoffen, schiebt und zieht an den Papillen. Alles wird auf links gebürstet von dieser aufregenden Struktur, elektrisierend, zupackend, mit all dem dunklen Mineralspiel, das diese Lage so unvergleichlich ins Glas bringen kann. Eine Ode an die Freude!