Lobenberg: Der Chardonnay stammt aus demselben Weinberg wie der Chardonnay R. Die Lage ist Astheimer Karthäuser, der Nachbarlage des Escherndorfer Lumpp, auf hellem Muschelkalk, Rebgenetik aus dem Burgund, von Fürst selbst gepflanzt. Die älteren Reben gehen in den R und die jüngeren sind für diesen Wein. Ausbau zu zwei Dritteln in burgundischen Barriques und 500 Liter Tonneaux. 12 Monate im Holz, rund 20 Prozent neu, dann Abstich für einige Monate in Edelstahl mitsamt der Hefe. Seit 2016 nehmen Fürsts die komplette Hefe aus den Fässern mit und lassen die Weine dann nochmal einen zweiten Winter liegen. Hier findet dann viel Autolyse statt, was dem Chardonnay seine wunderbare Hefewürze verleiht. Obwohl die Fürst’schen Weißburgunder schon sehr nah am Chardonnay dran sind, ist der Sprung evident, wenn man sie nebeneinander probiert. Chardonnay hat einfach noch einen Ticken mehr Spannung und Würze. Schön definierte Nase mit hellgelber, vor Spannung berstender Frucht, Zitronenmelisse, Orangenöl, grüne Mandarine. Alles schlank und fein gehalten, alles auf dem Salz und der Kreide entlang laufend. Der Mund ist saftig und hat eine sehr feine Silhouette, die mittig durchzieht. auf würziger, heller Frucht. Vom langen Hefelager kommt hier eine immense Salzexplosion auf die Zunge, vibrierend, kreidig, zieht und spannt. Ein Top-Chardonnay für diesen Preis. Kristallin und präzise, das ist die Handschrift von Sebastian Fürst.