Der 2022 er Zweitwein des nun erstmals 1er Grand Cru Classe A klassifizierten Chateau Figeac aus dem besten Jahr, das Figeac je hatte. Figeac 2022 ist so sensationell, dass es den Petit Figeac erst gar nicht geben sollte, letztlich reduzierte man seine Menge um 65%! Aus den jüngeren Reben, deutlich ultrararer und knapper noch als der Erstwein. In 2022 besteht die Cuvée aus 58% Merlot und je 21% Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Cabernet ist gut adaptiert auf diesem Untergrund, denn es ist ein 40-Hektar-Kiesplateau vis-à-vis von Cheval Blanc. Von Saint-Émilion gesehen etwas davor, auf der linken Seite. Der Alkoholgehalt liegt auch 22 bei fast 14 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,7. Es gibt knapp 100.000 Flaschen Gesamtproduktion auf Figeac, 2022 nur 80 Tsd, der Zweitwein Petit Figeac macht davon weniger als 20%, im Jahr 22 nur 5 Tsd Flaschen. 100 Prozent der Fläche wird organisch bewirtschaftet und ist zertifiziert als umweltschonend. Diese Zertifizierung – ohne in die strenge Demeter-Knechtschaft zu gehen – nimmt in Frankreich stark zu. Es freut mich besonders, dass der Trend zu mehr Cabernet in Saint-Émilion und Pomerol, wie er von Figeac und auch Clinet und VCC gegangen wird, jetzt immer weiter rollt. Die klimatischen Veränderungen begünstigen beide Cabernets extrem. Das Kiesterroir sowieso. 2022 ist erstaunlicher Weise ein Jahrgang mit sensationeller Balance und Harmonie. Wie der Erstwein total burgundisch, satte Kirschtöne, dazu Schlehe und Kalksteinmineralik. Perfekt stimmig und eine unglaubliche Delikatesse. 96+/100,