Der Wein wird, wie alle Weine, als Ganztraube 12 Stunden auf der Maische und den Schalen gelassen, dann vorsichtig abgepresst. Spontan vergoren im großen Holzfass. Er verbleibt bis zur Füllung auf der Hefe im Fass. Der Blaufüßer Lay zeigt seine typische kühle Cassis-Minz-Kombination, auch ein bisschen Bergamotte und Salbei. Der Wein schwebt, wirkt ätherisch und frisch, ohne dass er so krachend-stahlig ist wie etwa 2014 oder 2015 war. Nicht so scharf gezeichnet wie sonst, sondern etwas ausladender, burgundischer und erdiger in seiner Struktur. Die Mitte wirkt von heller Frucht und Feuerstein getragen, von kühlen Kräutern und nassem Stein. Die Säure ist präsent und pikant, leicht salzig unterlegt, aber geschmeidig genug, dass es hier jeglichen Extremismus verhindert. Ein Wein mit köstlicher Balance, der den langen Weg, den er vor sich hat bisher erst andeutet in diesem feinen Salz, das sich im Finale mit der sich fast kreidig anfühlenden Tanninstruktur verbindet. Der Wein hat richtig Grip und salzigen Zug hintenraus. Gerade wenn man denkt er hat den Mundraum verlassen, dreht nochmal der Mineralregler auf im herbsaftigen, kühlen Ausklang, der nach Pinienwald und frischer Minze schmeckt. 96-97+/100,