Der 2021er kam im Herbst 2025 aus der Schatzkammer des Weingutes als Late Release zu uns. Aus dem kühlen Jahrgang ist er noch immer jugendlich und wirkt taufrisch, gerade erst in einem ersten Trinkfenster ankommend. Der Niersteiner Riesling aus Ersten Lagen trägt diese Bezeichnung bei Gunderloch absolut zurecht. Denn die Trauben kommen zu 100 Prozent aus den Toplagen Hipping, Pettenthal und Rothenberg kommt. Das ist die Mariage von Nierstein und Nackenheim, also dem Herzstück des Roten Hangs, einem der besten Weinhänge Deutschlands. Auch aufgrund der großen Struktur dieser Rieslinge vom Roten Hang, wird der Wein größtenteils in nicht allzu alten Tonneaux vergoren und ausgebaut, das gibt ihm einen feinen Holztouch. In der Nase roter und grüner Apfel, Nektarine, Orangenöl, grüne Olive, warmfruchtig, herbsteinig, typisch Roter Hang! Der Mundeintritt lässt die Steine auf der Zunge kreisen, sehr griffig, mit rotbeeriger, packender Tonschiefer-Aromatik. Fest Steinabdruck im Mund, die Lippen werden salzig belegt, feinste Säurefrische. Mir gefällt der Niersteiner Riesling vom Roten Hang etwas besser als die neue Erste Lage Engelsberg, der keinen Tonschiefer-Boden hat. Das ist Riesling vom Roten Hang, wie er leibt und lebt.