Die Nase des Patou ist unheimlich konzentriert! Himbeere, Orangenzesten und -blüten. Enorme Spannung und Konzentration. Alles ist von einer dichten Salzigkeit untermauert, tief und dunkel. Hocharomatisch und intensiv, dabei überhaupt nicht fett oder gekocht. Es kommt ein wenig Nougat durch, dazu Blaubeeren und, nur zurückhaltend, etwas Jod. Der Wein ist extrem sauber, mineralisch und geradeaus. Beeindruckend ist, dass er in diesem frühen Fassstadium bereits so unheimlich zugänglich ist, fast trinkfertig. Auch im Mund wird man von dieser überbordenden Aromatik überwältigt. Dicht, intensiv und dennoch nicht sättigend. Brombeere, Assamtee und konzentrierte Frucht. Die einnehmende Tanninstruktur benetzt den ganzen Mund, dabei aber total ausgereift. Der Jahrgang 2023 war recht kompliziert. Ende August gab es mehrere Regenperioden. Ein Jahrgang mit Charakter! Der Wein spiegelt genau dies wider. Voller Spannung und faszinierend fein. Der Mund ist total frisch, trotz der dunklen und tiefen Aromatik, berauschend. Ein Cornas der in seiner aromatischen Reife verblüfft, voll und reif. Es kommen erneut Orangenzesten durch, dazu die dunkle Mineralik, fast vulkanisch. Das Verblüffende an diesem 23er ist, dass er in dieser Reife, in dieser Tiefe, zu keinem Zeitpunkt seine Trinkfreude verliert! Das steht dem grandiosen 2022er in nichts nach! Aufregend, schick und extrem hedonistisch! *** Der Lieu-dit Patou ist Teil des Cornas-Bergs – von vielen wird die Appellation als der wahre Gegenspieler des Hermitage gesehen. Wir haben hier Granitböden und ein bisschen Sedimentgestein in der Mitte des Hangs, reine Südexposition. Steillagen auf den unteren Hängen, an der Grenze zu Saint-Péray gelegen. Im Gegensatz zu Saint-Joseph hat man in Cornas noch länger Sonne am Tag. Cornas geht daher immer deutlich mehr in die schwarze Frucht als die zur roten Frucht tendierenden Saint-Josephs. Nur 0,3 Hektar auf 150 Metern Höhe. Ferraton hat diese Lage nicht im Eigenbesitz, es ist ein langjähriger Pachtvertrag. 8.000 Reben pro Hektar. Der Weinberg ist 70 Jahre alt. Im Gegensatz zum hoch gelegenen darüberliegenden, mehr südlich-himmelwärts exponierten Les Eygats ist dieser Patou einfach der Kraftmeier schlechthin unter den Weinen aus Cornas. Nur ein halber Hektar Rebfläche, sehr alte Petite Syrah. Ferraton arbeitet in beiden Cornas-Lagen. Sie sind zwar kein Eigenbesitz, aber es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den selbstständig und biodynamisch arbeitenden Vertragswinzern. Beide Weine dürfen nicht biodynamisch zertifiziert werden, da dies erst nach einer käuflichen Übernahme möglich ist. Die Reben im Patou sind extrem alt und neigen auch zum Verrieseln, was zu winzigen Erträgen führt. Die Trauben werden vor der Vergärung komplett entrappt. Diese erfolgt spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Ausgebaut wird für 16 Monate im Barrique und im Tonneau, 2023 mit einem Neuholz-Anteil von rund 20 Prozent. 2023 lag der Ertrag bei 42 Hektolitern pro Hektar. Die Lese fand am 7. September statt. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu in 2023 und dadurch ist das Jahr feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.