Lobenberg: 2021 war Chablis extrem von Frost getroffen, der Sommer war kühl und eher regnerisch. Ein klassisches Oldschooljahr, ähnlich zu 2010 oder 2014. Leider verschwindend geringe Mengen. Der Wein stammt aus drei Parzellen, davon ist eine bereits 85 Jahre alt, die ältesten Reben der Domaine. Der Wein wird zu einem Großteil im Edelstahl ausgebaut, im Gegensatz zum gerade benachbarten Mont de Millieu, der deutlich mehr Holzanteil bekommt. Genialer Schliff und fast scharfe Mineraliät in der Nase, Feuerstein und Kreide. Darunter grüngelbe Frucht zwischen Zitrus und Steinobst, Quitte, Limettensaft, schlanker gelber Pfirsich, etwas weißer Pfeffer und frische Ingwerwurzel. Der Wein braucht etwas Zeit sich zu öffnen, aber dann zeigt eine wunderbar straffe Natur mit pikanter Frische und viel Terroircharakter. Dennoch ist Montee de Tonnerre eher was für Rieslingtrinker in seiner scharfen Mineralität und dem geschliffenen Geradeauslauf. Langes, salziges, zugleich total reifes und spannungsgeladenes Finale, dessen salziges Limettenprickeln ewig auf der Zunge haften bleibt. Wow, pures Gestein, kristallin und klar. Eine hervorragende Begleitung zu Zander mit confierten Zitronen und Basilikum. Weil auch diese grünliche, aber reife Frische im Nachhall wieder aufschlägt. Superb. 95+/100