Der Gutswein kommt hauptsächlich aus zwei Lagen, Oberhäuser Kieselberg mit Tonschieferboden und Oberhäuser Felsenberg mit vulkanischem Boden. Diese beiden Lagen wurden früher auch mal separat abgefüllt, aber im Zuge des Qualitätsbestrebens bei den Gutsweinen fließen sie jetzt hier ein. Zudem kommen auch die Vorlesen aus den Ersten und den Großen Lagen dazu. Die Gutsweine bei den Toperzeugern sind einfach nicht mehr das was sie einmal waren, denn ein heutiger Gutswein würde im Vergleich einen Ortswein von vor 10 oder 15 Jahren locker wegpusten. Der Wein hat einen wunderbar moderaten Alkoholgrad, das ist auch 2023 wieder so. Die Reife ist moderat, alles passt, einfach ein Traum eines Nahe-Rieslings. Feingliedrig und frisch, aber mit ordentlich PS unter der Haube. Das ist viel mehr als in kleiner Riesling, das hat schon richtig Klasse. Aromatische, duftige Riesling-Nase mit gelbem Pfirsich, Sommerapfel und Quitte. Zart, aber druckvoll, was für ein geniales Spiel. Die pH-Werte sind recht tief für den warmen Jahrgang, das ist schon erstaunlich, auch noch tiefer als im Vorjahr 2022. Das Lesegut war total clean an der Nahe, es relativ wenig Botrytis, gerade im Vergleich zur Mosel. Im Mund viel Grapefruit, auch etwas Orange und Nektarine. Das Bestechende ist die berauschende Reife der Säuren, es ist so geschmeidig und doch lebhaft. Leichtfüßig, tänzelnd und feinfruchtig-saftig. Was für ein leckerer, archetypischer Naheriesling. Und wie immer eigentlich schon eine Klasse über der Gutswein Kategorie mit dieser Griffigkeit und Mineralität im Nachhall. Immer einer der genialsten Gutsweine mit seiner schicken Fruchtdimension. 93+/100,