Seit Jahrgang 2022 werden alle Weine bei Clos Saint Jean komplett spontan vergoren, es gibt keinen Hefezusatz mehr. Das gibt den Weinen nochmal einen Tick mehr Komplexität und Eigenheit. Immer rund zwei Drittel aus über 100 Jahre alter Grenache von La Crau, Nordteil, mehr roter Lehm gibt Tannin, Kraft, einfach Power. Dazu noch rund ein Drittel über 60 Jahre alte Mourvedre. Komplett entrappt, Ausbau im neuen Holz von 600 Litern. Deus ex Machina wächst in exakt derselben Lage wie Combe des Fous, der Boden ist ähnlich, aber Combe de Fous sitzt im Süden auf etwas mehr sandigem Anteil, also etwas feiner. Deus hat mehr roten Lehm und damit mehr Power, zudem ist die Cepage hier anders mit nur zwei Sorten. Zwei Sortierdurchgänge im Weinberg und nochmal zwei in der Domaine. Also vier Durchgänge der Selektion, das ist schon extrem. Die letzte Sortierung nimmt die Entrappungsmaschine vor, also topreife, total cleane Beeren. Deus ex Machina hat diese caviar-artige Beerenselektion, die man wirklich schmecken kann. Der Wein ist so drückend intensiv und gewaltig konzentriert. Eine Orgie, die in Wellen aus dem Glas schwappt. Der Deus ist ein bisschen der Blockbuster des Hauses, weil er mit diesem hohen Mourvedre-Anteil immer der würzigste, wuchtigste und üppigste Wein der Domaine ist. Extrem reich und konzentriert, hochverdichtet in schwarzer Olive und dunkelroter und schwarzer Kirsche mit süßer Lakritze und feinen Karamellen. Auch angeflämmte Rosmarinzweige. Der Wein ist enorm in seinem Auftreten, sehr präsent, wuchtig und immer ganz vorne. Er lässt wenig Raum für etwas anderes, nimmt alles ein. Er bleibt für über eine Minute im Mund stehen, salzige Himbeere, Veilchen, so fein, so geschliffen, so pur. Leichte Schärfe im Finale zu dieser verspielten, süßen Üppigkeit. Die Tannine sind sicher massig vorhanden, aber sie sind so fein, dass man sie kaum wahrnehmen kann. Wenn im Richebourg in Vosne Grenache stehen würde, dann käme wohl so etwas wie dieser abgefahrene, dichte Kracher heraus. Immer wieder rollen frischer Kaffee, süße Schwarzkirsche und Garrigues durch. Der Wein drückt mit seiner dunkelwürzigen Kraft, ohne Pause, immer weiter, Schub, Schub, Schub. Purer Châteauneuf-Hedonismus, überwältigend reich in der Jugend, aber mit ein paar Jahren Reife bekommt man hier einen Riesen des Südens in seiner harmonisch-cremigen Reichhaltigkeit. Der strukturiertere Deus braucht ein paar Jahre mehr Zeit als der etwas feinere Combe des Fous.