August Kesseler: Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg Großes Gewächs 2024

August Kesseler: Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg Großes Gewächs 2024

VDP

Zum Winzer

Pinot Noir 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2044
seidig & aromatisch
strukturiert
pikant & würzig
Lobenberg: 98/100
Deutschland, Rheingau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg Großes Gewächs 2024

98
/100

Es gab in einigen wenigen Steillagen in Lorch etwas Frost bei Kesseler, aber insgesamt war es nicht dramatisch. Dann gab es Mehltau-Druck über das Jahr hinweg, wodurch einiges flöten ging an Ertrag. Es war also mengenmäßig kein großes Jahr, eher leicht unterdurchschnittlich. 2024 ist ein faszinierendes Spätburgunder-Jahr, weil es ein kühleres Jahr war als die Vorjahre, dennoch eine überraschende Dichte und Konzentration aus dieser kühlen Aromatik entwickelt. Feste, straffe Pinot Noirs wie früher. Insgesamt liegen die Spätburgunder auf einem homogen hohen Niveau bei Kesseler, August ist vor allem mit seinen Großen Lagen extrem happy. In einem Jahrgang wie 2024 brillieren die warmen, starken Lagen dann eben wieder deutlich. In diesem Assmannshäuser Höllenberg sind die ältesten Reben. Uralte französische Klone zusammen mit wurzelechten, deutschen Klonen auf uraltem Schiefer gewachsen. Über 50 Jahre alt. Der Wein wird nur in großen Jahren erzeugt, wenn die Trauben auch das volle Potenzial hergeben. Es gibt nur ein paar Tausend Flaschen pro Jahr. Der Rest der alten Reben geht in den Zweitwein Cuvee Max oder in den Pinot Noir. Die Machart ist immer gleich. Komplett entrappt, natürlich Handlese, spontan vergoren in offenen kleinen Edelstahltanks. Ausbau zu zwei Drittel im neuen Barrique, ein Drittel einjähriges Barrique. Der Höllenberg hat diese verblüffende Duftigkeit, diesen extremen Charme. Vor allem von der Cuvée Max kommend, ist das der deutlich feinere, verspieltere und sanftere Wein. Überraschend dichte Blaubeerfrucht, dunkle Kirsche, Holzkohle, Veilchen. Der Höllenberg ist ein Ausbund an Feinheit, so seidig, filigranste, blumige Tannine, die am Gaumen schmilzen. Viel Salz, das die beerige Frucht unterlegt, dann wieder Cassis, wilde Blaubeere. Das ist Assmannshausen in seiner feinsten, samtigsten Auslegung. So einen Wein gibt es nur hier in Assmannshausen vom Höllenberg. Vielleicht nicht nur von Kesseler, auch Carsten Saalwächter macht einen sehr feinen Pinot Noir hier, aber der hat mehr Druck, Kesseler ist einen Hauch fruchtbetonter und zarter. Großer, eigenwilliger, individueller Stoff.

Jahrgangsbericht

Der athletische Jahrgang 2024 begeistert in Deutschland als absolut authentisches Finessewunder. Die Weine bestechen durch kühle, nordisch-straffe Säure, die von reichlich Extrakt ummantelt wird. Das sorgt für einen animierenden, geschmeidigen Trinkfluss voller nuancierter Tiefe bei herrlich moderatem Alkohol.

Mein Winzer

August Kesseler

In Insider-Kreisen wird August Kesseler bescheinigt, eine der Personen mit dem meisten Charisma in der deutschen Weinlandschaft zu sein. Je näher man sich seinen Lebenslauf ansieht, desto mehr glaubt man den vermeintlichen Insidern. Wer kann schon von sich behaupten, das elterliche Weingut mit noch...

Pinot Noir Assmannshausen Höllenberg Großes Gewächs 2024