Dieser Barolo von Altare hieß früher Barolo La Morra, nun aber nur noch Barolo. Das Weingut hat die Village-Lage La Morra verloren, als die Pacht auslief und ein Konkurrent unglaubliche Beträge dafür gezahlt hat. Die Crus sind glücklicherweise Eigentum des Weinguts! Dieser Barolo Classico besteht nun aus einem Blend der Altare Lagen Pernanno in Castiglione Falletto und Sarmassa in Barolo. Seit dem Jahrgang 2020 kommen zudem Trauben aus einer neuen Parzelle hinzu, die Silvia in Roddi pachten konnte, und ab dem Jahrgang 2021 zudem erstmals auch Trauben der Cru Lage Sorano aus Serralunga. Silvia konnte dort eine 0,8 Hektar Parzelle für einen schwindelerregenden Preis erstehen. Das bedeutet, dass die Zusammenstellung des Blends nun erstmal stabil bleiben wird. Gärung und Malo im Stahltank, dann geht der Wein vor Weihnachten zwei Jahre lang in gebrauchtes Holz. Leuchtendes, zartes Rubinrot. Mmmh! Schon die Nase des Weins trägt diesen immer so herrlich verführerischen Fingerabdruck von Altare mit dieser rot-duftenden Frucht in Verbindung mit zart schwebender Vanille und brauner Gewürze! Es wabern reichhaltige, wunderbar »weinige« Noten aus dem Glas. Dieser Wein duftet komplett! Reife, wollüstig saftige Schattenmorellen, aber auch Noten von erfrischendem Hibiskus-Tee, salzigem Kalkstein, weißer Lakritz sowie schwebender Kräuternoten von Salbei, Anis und weißem Pfeffer. Alles schiebt aromatisch ordentlich, mit voller Breitkante, und die Aromen deuten auf perfekt reife Frucht hin. Hier ist trotz des recht warmen und trockenen Jahrgangs absolut nichts überreif oder geht gar in die Richtung von getrockneter Frucht. Im Mund fasziniert dann diese herrliche Saftigkeit – der Wein ist ein imaginärer Blend aus 2017 und dem wunderbaren attraktiven Jahrgang 2020. Reife rote Kirschen in imposanter Konzentration, die verspielt mit roter Johannisbeere, Cranberry und etwas Hagebutte über die Zunge schieben. Knackige rote und schwarze Johannisbeeren und Brombeere mit salziger Frische. Die Tannine sind sehr, sehr fein und von geschliffener, runder Textur, beinahe puderzuckerartig! Im Nachhall bauen sie sich zart und doch dezent griffig auf der Zunge auf, mit cremiger Milchschokolade und etwas weißem Pfeffer im Schlepptau. Aromen von Vanille und ultra verführerischer, zarter brauner Gewürze und etwas Tonkabohne sind harmonisch verwoben. Sie verleihen dem Wein gemeinsam mit seiner schönen Saftigkeit das einzigartige Lecker-Gen. Der Speichelfluss wird durch die Frische und Spannung angeregt. Eine puristische, aber auch schokoladig reife Schönheit, die sicher bereits in wenigen Jahren herrlich attraktive, einladende Trinkfreude liefern wird.