»2025 ist so schön, so gelbfruchtig und sexy. Aber eben mit genialer Säure. Das ist einfach gut. Erinnert mich an 2015 oder 2011.« freut sich Daniel Wagner während unserer Probe. Daniel Wagners Heerkretz ist seine ikonische GG-Lage. Steinig-lehmiger Oberboden auf kargem Porphyrfels, also vulkanisch. Die feinste Selektion der alten Reben. Brutal niedrige Erträge in 2025, nur die besten Trauben wurden ausgelesen. Daniel Wagner hat den 2025er überwiegend im Edelstahl vergoren und ausgebaut, weil ihm der Jahrgang schon genug Fülle und Druck mitgebracht hat, er wollte es dann im Ausbau puristischer halten. Für diesen großen Riesling steht das Weingut – und er gehört in den letzten Jahren zuverlässig zu den besten trockenen Rieslingen Rheinhessens. Sein kühler, reduktiver und puristischer Stil mag etwas an den geographisch gar nicht so weit entfernten Tim Fröhlich an der Nahe erinnern. Aber in 2025 sind wir so dicht, so saftig und tief. Das ist weit weniger karg als 2024, das ist selbst in der Heerkretz ein Gourmet-Riesling mit mundfüllender Substanz. Dunkle Rauchigkeit, nasser Stein, wahnsinnige Dichte. Ein klein bisschen Oldschool ist dieses Jahr schon, weil es eben an Jahre wie 2015 oder 2007 erinnert mit dieser schlotzigen Gelbfruchtigkeit. Ein Touch Wachau ist da schon dabei, hochreife, gesund eingetrocknete Trauben. Das ist schon unerhöhrt wuchtig für diese eigentlich so karge, steinige Lage. Die Säure steht aber felsenfest, trotz des üppigen Körperbaus. Gelber Pfirsich bis Nektarine, dann auch Yuzu und Brioche. Schiebt immer weiter an mit seiner Dramatik aus dichter Frucht und feurigem Gestein. Wow, was für eine Power-Heerkretz!