Die Ménage à Trois ist fast schon ein Klassiker bei Eymann. Eine ziemlich spannende Cuvée aus Chardonnay, Weißburgunder und Grauburgunder, gemeinsam gelesen und direkt zusammen vergoren. Alles aus älteren Rebbeständen mit geringen Erträgen, spontan im Holz vergoren und anschließend lange auf der Hefe ausgebaut. Unfiltriert gefüllt, also bewusst auf Struktur und Ausdruck gesetzt. In der Nase braucht der Wein erstmal ein bisschen Luft, dann geht er richtig auf. Birne, kandierte Zitrusfrucht und etwas gelber Apfel, dazu feine Holzwürze, ein Hauch Vanille und ganz leicht Rauch. Dahinter kommt diese kühle, kalkige Note, die sofort Spannung reinbringt. Am Gaumen dann richtig Substanz. Dicht und extraktreich, dabei aber sehr präzise, niemals zu fett. Die Frucht bleibt eher auf der gelben Seite, dazu kommt eine feine Cremigkeit vom Hefelager. Gleichzeitig zieht sich eine klare, frische Säure durch den Wein, die alles zusammenhält. Was besonders auffällt, ist die Textur. Leicht phenolischer Grip, dazu eine jodige, salzige Mineralität, die dem Wein Tiefe gibt und ihn vom reinen Burgunder-Stil ein Stück weit abhebt. Mit Luft wird er immer harmonischer und gewinnt deutlich an Komplexität. Im Finale lang, leicht rauchig und kalkig, mit schöner Balance aus Frucht, Würze und Mineralität. Ein Wein, der durchaus an kühle Burgunder-Stilistik erinnert, aber seine eigene Handschrift klar zeigt – strukturiert, dicht und mit richtig gutem Zug.