Ihre Wirtschaftsweise bezeichnen Julia Bertram und Benedikt Baltes als »kölsch-biodynamisch«, also biologisch mit biodynamischen Präparaten. Allerdings sind nicht alle Weine vollständig zertifiziert. In ihren Weinbergen arbeiten Bertram-Baltes mit Permakultur in Dauerbegrünung. Das ist in der Steillage mit alten Reben ein extremer Aufwand. Alle Weine werden komplett gleich bearbeitet, schon der Gutswein Handwerk wird händisch Beere für Beere selektiert auf dem Sortiertisch, bis hoch zu den Lagenweinen. Die spontane Vergärung findet in offenen Edelstahl-Gärständern statt. Bei Bertram-Baltes gibt es mittlerweile nahezu keine Barriques mehr, alles wird in 600 und 1200 Liter Fässern ausgebaut, keinerlei neues Holz. Den Weinen wird nichts nichts hinzugefügt und nichts weggenommen. Vor der Füllung wird leicht geschwefelt, that's it. Der Kräuterberg hat in 2023 einen winzigen Ertrag gebracht, irgendwo zwischen 15 und 18 hl/ha. Daher ist er auch mit 12.5% vol. der reichste und intensivste Wein in der Range. Das ist quasi Bertram-Baltes Chambertin Grand Cru, generös und alles einnehmend, mit duftigen roten Beeren, süßer Herzkirsche, Himbeercoulis und etwas Blutorange. Hochfeine, sandige Tannine, die alles auskleiden. Das ist ganz großes, klassisches Ahr-Kino, aber eben eher Arthaus-Kino, wenn man es mit vielen anderen Betrieben an der Ahr vergleicht. 96-98+/100