Lobenberg: Der Himmelspfad ist eine der Toplagen von May. Der älteste Weinberg des Betriebs mit Pflanzjahr 1963, seit etwas über 10 Jahren in Besitz der Familie May. Reiner, steiniger Muschelkalkboden. Es gab relativ viel Peronospora-Druck in 2021, man musste in dieser Steillage enorm viel Handarbeit leisten, um den geringen Restertrag zu sichern. Akribisch standen die Mays hier zwischen den Reben und haben das allerbeste rausgeholt. Es gibt wenig, aber was es gibt ist spektakulär. Unglaubliche Eleganz in der Nase. Es ist der Weinberg, der immer die kleinsten Trauben hervorbringt. Dichtpflanzung mit 10.000 Stöcken pro Hektar. Handlese in kleine Bütten, händische Selektion direkt im Weinberg. Hier stehen nur natürliche Selektionen, keine Klone. Diese alte deutsche Genetik ist einfach hervorragend, weil sie noch nicht auf hohe Produktion getrimmt war. Eine kühle, strahlende Frucht, Zitronenmelisse, wieße Johannisbeere, weißer Tee, Anis und Süßholz, Bockshornklee. Es gibt keine Üppigkeit in dieser sehr kühlen, geschliffenen Nase. Die schlanke, sehr filigrane Struktur dieses Weines ist famos, trotz seiner kräuterigen Kühle und Finesse ist er versammelt und kompakt, mundfüllend und kraftvoll, läuft auf feiner Salzigkeit und einem intensiven Tanningerüst. Nicht ganz die innere Größe und Ruhe des Rothlauf, aber er ist animierender, vitaler und voller Spannung und Spiel, was ihn jung deutlich trinkfreudiger macht. 95-97/100