Das Goldloch steht auf Kieselstein und Lehm, über Urgestein aus der Permzeit. Dieses Urgestein ist vor Jahrmillionen unter hohem Druck als Presskonglomerat aus verschiedenen Steinen, Erden und Sänden entstanden. Harter Pressfels und ein steil abfallender Hang. Und in diesem wurzeln dann die Reben des Goldloch. Das Gestein ist letztlich auch die Ursache für die Art der Nase: Immer rauchig, sehr würzig. Die Machart bei Diel, seit Carolin das Zepter übernommen hat: Kurzes Anquetschen, dann maximale Maischestandzeit von zwölf Stunden auf der Presse. Abpressen, spontane Vergärung im Holz. Der Ausbau geschieht komplett in Stückfässern. Die Nase wirkt fein und kristallin, zeigt keine Opulenz, die man dem Jahrgang vielleicht zutrauen mag. Er wirkt noch feiner als im Vorjahr 2022, dazu kühler im Ausdruck. Es ist ganz feines Gestein, das sich hier zeigt, etwas Grapefruitabrieb, Orangenblüte, Anis und Curryblatt. Total kühl und schwebend. Mit einer gewissen Kompaktheit ausgestatt, die im Mund dann zu einer elektrisierenden Salzigkeit wird. Da wird es tabakig, griffig, sehr fest gebaut, die Gerbstoffe sind geschmeidiger, der Antritt ist straffer. Die Mineralität beißt sich am Gaumen fest. Grüne und reife Mandarine im Mund, dazu Tonic und Limette. Minzig-frisches Finale mit kristalliner Eleganz. Länge ohne Ende, super! Der 2023er gefällt mir richtig gut.