Caroline selbst liebt die sehr frischen, schlanken 2021er, nun ist 2022 aber ein ganz anderes Kaliber, weil es eben ein vollreifes, warmes Jahr war, aber dennoch frisch geblieben ist. Deutscher Pinot Noir ist eben doch noch Cool Climate, selbst in den sehr warmen Jahren liegen wir hier bei moderaten 13% vol., und das bei satter Reife. Und das Quäntchen Kraft, das den 2022er Rieslingen hier und da gefehlt hat, das haben die Spätburgunder definitiv mitbekommen. Da fehlt nichts. Dichte, dunkelrote Frucht, Schwarzkirsche und Herzkirsche kämpfen um die Hoheit, Holunderbeere, Brombeerstrauch, ein Hauch von dunkler Schokolade. Voluminös und reich, viel viel Frucht, aber auch Würze, die dagegen steht. Fein eingebundenes Holz, elegant, duftig. Viel Extrakt, dicht und tief, mit schokoladiger, kirschiger Power. Dann schieben sich wieder Beeren nach, Blaubeere, Maulbeere, aber schlank und geschliffen, klar geradeauslaufend. Feine, aber sehr kräftige Tannine. Ein Pinot Noir mit Aha-Effekt und großem Potenzial, obwohl er auch jung schon wirklich gut schmeckt, wenn man nicht zimperlich ist. Wow!!