Lobenberg: Diese Weißburgunder stammt aus der besten Parzelle in der Ersten Lage Bürgstadter Berg. Cordonerziehung auf sehr kargem eisenhaltigem Buntsandstein. Die Reben sind fast 30 Jahre alt und die kleinbeerigen Trauben werden extrem selektioniert. Vinifiziert wird dieser Weißburgunder genau wir der Chardonnay R. Das heißt burgundisch Machart. die Trauben werden ganz leicht als Ganztraube angequetscht mit den Füßen, um den Trub zu bekommen, dann langsam gepresst und direkt in 20 Prozent neuen Barriques vergoren. Anschließend auf der vollen Hefe im selben Barrique verbleibend ausgebaut. Der Wein verbleibt das erste Jahr in diesem Barrique dann wird einmal mitsamt der Hefe abgestochen in einen Stahltank für 6 Monate, um etwas Klarheit in die Frucht zu bekommen. Dann unfiltriert gefüllt und ein weiteres Flaschenlager angeschlossen. Das Holz ist, ganz ähnlich wie beim Chardonnay, sehr gut integriert. Nichts Lautes, alles fein. 2022 war ein sehr balanciertes Jahr für die Burgunder. Diesen Sorten tut es immer gut, wenn die Traubengesundheit hoch ist, weil sie etwas kompakter wachsen als etwa Riesling. Die Nase ist hochfein, zeigt viel Schmelz aus Brioche, Pfirsich, sehr viel Zitronenmelisse. Ein sehr ruhiger Wein, zen-artige Balance, ein Fürst eben. Schlanker und saftiger Geradeauslauf, tolle Salzunterlegung, mundwässernd. In diesem burgundisch ausgebauten Stil ist das schon sehr Chardonnay-like, hat nichts zu tun mit den klassisch deutschen Weißburgundern aus dem großen Holz. Bei Fürst sind wir sehr frankophil in der Auslegung, das könnte auch ein schlanker Chassagne-Montrachet sein. Großes Kino für einen Weißburgunder.