Lobenberg: Die 2,2 Hektar allerbester Teil im Ürziger Würzgarten, um die Sonnenuhr herum. Wurzelechte Reben über 100 Jahre in den historischen Steillagen. Ganz klarer Rotschiefer im unteren Teil, nach oben heraus dann mit vulkanischen, rotliegenden Einschlüssen. Das ist die Nachbarparzelle von Molitor, allerfeinstes Terroir. Der Wein stammt aus dem besten, aber auch wärmsten Teil des Würzgartens. Die Trauben sind quasi immer goldgelb und reif zur Lese. In 2021 hat Christian Hermann hier eine Spätlese mit fast 9 Gramm Säure herausgeholt, der höchste Wert, den er je erreicht hat in dieser sehr warmen Lage. Die Nase ist – nach der feinen Wehlener Sonnenuhr probiert – deutlich druckvoller, intensiver, gelbfruchtiger. Marillenkonfit, Waldbeeren, Cassis und knackig-frische Blaubeere, auch Morgentau und etwas frische Erde. Der Mund ist erstaunlich schlank und kühl für die Kranklay und von einer krachenden Säurespur getragen, wie man sie in Süßweinen vielleicht zuletzt 2010 erlebt hat. Dabei ist der Wein aber feiner und klarer als 2010, wirkt durchaus elegant und filigran im Kontext dieses Weinbergs. Ein seidiger Trinkfluss par excellence. Die Kranklay kann kaum je schöner gewesen sein. 96-97+/100