Lobenberg: Die Meerspinne ist der wiederbelebte beste Teil des Mandelgartens. Historisch schon immer die beste Lage Gimmeldingens. Alle Weine wurden im kühlen 2021 im Oktober innerhalb von rund zwei Wochen per Hand geerntet. Die Nase ist kristallin und extrem mineralisch. Wo ist die Frucht? Vom Gestein geschluckt! Kalksteinfels und Geröllhalde in der Nase, das Weiße einer Zitrone, Meeresbrise, reduziert, sehr fein, leise, ultrageschliffen und puristisch. Liegt irgendwo zwischen Sancerre und Chablis im Feuerstein. Eigentlich ist das flüssiges Gestein, was sich im Mund dann nur noch manifestiert. Die feinsalzige Textur kommt mit Zitronenschalen, sehr intensiver Steinigkeit, die sich am Gaumen festbeißt. Diese Puristik ist atemberaubend, aber man muss sich schon auf diesen Ritt auf dem Gestein einlassen. Extremistisch ja, aber makellos geschliffen eben auch. Die Meerspinne bleibt ein Wein für Riesling-Puristen und Mineralitätsfreaks – und gerade im krachenden Jahrgang ist die Meerspinne damit erstaunlicherweise das aufregendste GG bei Christmanns neben dem Idig. Ein atemberaubender Riesling! 97-98+/100