Lobenberg: Aus Klasse Eins Parzellen im Erdener Treppchen, sehr geringe Erträge von alten Reben. Mit 9,8 Säure bei 40 Gramm Restzucker. Spontan vergoren und im Fuderfass ausgebaut. Im Gegensatz zu den anderen Kabinetten gibt das Holz hier eine Zusatzdimension mit etwas Mikrooxidation, was den Wein immer etwas offener und einnehmender macht in der Art. Das Treppchen hat blauen und grauen Schiefer, also keinen Rotschiefer wie Erden oder Ürzig, aber es gibt extrem hohe Eisenanteile im Boden, die dem Wein eine ganz besondere Mineralität verleihen. Pure Mineralität in der Nase, feuchtes Gestein, dann Litschi, weißer Pfirsich, Minze, knackig-frisch. Leicht rauchig, würzig. Im Mund kickt der Säurebiss ordentlich rein und lädt den Wein mit einer vibrierenden Schiefermineralität auf. Super Länge! In manchen Jahren kann das Treppchen Kabinett schon sehr reif daherkommen und fast etwas an eine Spätlese erinnern. Der Säurezug 2021 ist aber von einer dermaßen saftigen Dramatik, dass er das Treppchen auf der Zunge tanzen lässt und den Restzucker einfach weglasert. Obwohl der Wein leichtfüßig und tänzelnd ist, hat er eine enorme Länge und Präsenz hintenraus. Berauschend gut! 94-95/100