Lobenberg: Das Goldloch steht auf Kieselstein und Lehm, über Urgestein aus der Permzeit. Dieses Urgestein ist vor Jahrmillionen unter hohem Druck als Presskonglomerat aus verschiedenen Steinen, Erden und Sänden entstanden. Harter Pressfels. Und in diesem wurzeln dann die Reben des Goldloch. Das Gestein ist letztlich auch die Ursache für die Art der Nase: Immer rauchig, sehr würzig. Die Machart bei Diel, seit Carolin das Zepter übernommen hat: Kurzes Anquetschen, dann maximale Maischestandzeit von zwölf Stunden auf der Presse. Abpressen, spontane Vergärung im Holz. Der Ausbau geschieht komplett in Stückfässern. Die Nase wirkt fein und kristallin, zeigt keine Opulenz, aber doch eine gewisse Kompaktheit, die sich erst langsam entfaltet. Dann kommt etwas Mirabelle, Regen auf warmem Asphalt, Orangenblüten, grüne Aprikose und ein wenig frisch-ätherisches Baumharz darunter. Je länger der Wein im Glas sitzt, desto mehr kommt auch von seiner Power durch. Dennoch bleibt es schlanker und feiner als in den Vorjahren. Der Mund ist klar und athletisch definiert, läuft auf feiner hellgelber Frucht mit steinig-salziger Unterlage. Eine gewaltige Ladung Mandarine nebst Grapefruit schießt über die Zunge. Minzig-frisches Finale mit kristalliner Eleganz. Länge ohne Ende, super! 96-98/100