Der Saint-Péray kann in großen Jahren eine Erhabenheit wie ein weißer Hermitage aufweisen und liegt häufig stilistisch zwischen dem aufregenderen weißen Crozes-Hermitage Blanc und dem harmonischeren, floraleren weißen Saint-Joseph. 2023 ist der Wein weniger von Marsanne dominiert, die Roussanne kommt mehr durch. Wir haben also etwas mehr Exotik, etwas mehr Rosmarin-Süße. Eine süße Blumigkeit, hochintensiv! Wiesenblumen, das Ganze mit Maracuja unterlegt und etwas Ananas. Mehr zu Saint-Joseph neigend als zu Crozes-Hermitage. Im Mund tritt er dann aber deutlich druckvoller auf mit ziemlich viel Stein und einer leichten Chilischärfe darunter. Süße Maracuja mit großer Länge und sogar einer leichten Tanninschärfe. Viel Power, viel konzentrierte Steinobst und süße Quitte, dazu eine feine Chilischärfe mit süßer gelber Aprikose und Grapefruit. Er hat eine schöne Länge und zeigt gleichzeitig eine wunderbare Harmonie. Ein großer Weißwein! 96-97/100 *** Tardieus Saint-Péray kommt vom Rand des Cornas-Bergs aus zwei verschiedenen Lagen, überwiegend mit Kalksteinböden. 65 Prozent Marsanne und 35 Prozent Roussanne. Die Marsanne-Reben sind über 100 Jahre alt, die Roussanne-Reben über 40 Jahre. Nach der langsamen Ganztraubenpressung wird der Most spontan im neuen Barrique vergoren. Die Malo und der zwölfmonatige Ausbau geschehen ebenfalls in Barriques, teils neues Holz, teils Zweitbelegungen. Kein Schwefel in den ersten 6 Monaten. Keine Schönung und Filtration vor der Füllung in die Burgunderflaschen. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.