An der Nordrhône erinnert 2025 Bastien Tardieu am meisten an 2005, das für ihn ähnlich konzentriert, dunkel und kraftvoll war. Ich war vorgewarnt von Ferraton, weil es sicher einer der stärksten Jahrgangs überhaupt an der nördlichen Rhône war. So geht es hier im Cornas Vieilles Vignes von Tardieu auch weiter. Die Reben sind sogar noch älter, der Ertrag noch geringer. Es gibt leider keine 1000 Flaschen von diesem Wein in 2025, dabei ist er so herausragend, mehr als bedauerlich. Hohe Intensität, aber wie ich es auch bei Ferraton schon hatte: eine wahnsinnige Harmonie. So fein, so gut verwoben. Brachial konzentriert, aber keinen Deut zu viel. Frische Blumenerde, gepresste Veilchen, Schwarzkirsche bis zum Abwinken, Cassisgrün, gebranntes Karamell, eingelegter Salbei, ätherisch und balsamisch. Und dann kommt im Mund dieser enorme Mineralschub, diese mitreißende, unterliegende Salzigkeit unter den blumig-dichten Tanninen. Ein Wahnsinnswein und für mich neben dem Hermitage und dem Gigondas mit das Beste bei Tardieu dieses Jahr. Schlicht Grandios – und er wird Jahrzehnte halten können. Wahnsinnige Power in ultrafeiner Syrah, die fast einen burgundischen Touch ausstrahlt. ***Tardieus Cornas besteht aus 100 Prozent Petite Syrah. Oder Serine, wie die uralte, kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. 80 bis 100 Jahre alte Reben aus der Lage Patou in Südexposition. Also ungefähr dort, wo auch Ferraton seine biodynamischen Weinberge hat. Der Wein hat 13,5 Volumenprozent Alkohol. Drei Viertel der Trauben werden vor der spontanen Gärung im Betontank nicht entrappt. Der Ausbau erfolgt für 12 Monate in Barriques, zum Teil neues Holz, zum Teil Zweitbelegungen. Dann nochmals 12 Monate im Doppelstückfass von Stockinger. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert.