Die Auslese** sind alle im großen Holz spontan vergoren und ausgebaut, das heißt Stückfass und Moselfuder, also 1000 bis 1200 Liter. Die Auslese ** aus der Zeltinger Sonnenuhr besticht, wie auch schon die Spätlese und das Kabinett dieser Lage mit klar der besten Balance. Aber der Wein braucht zur Entwicklung auch längere Zeit als die anderen Lagen. Seit Molitor mit dem 2022er Jahrgang einige seiner Auslesen*** preislich und qualitativ und vom Ausbau komplett anders aufgestellt hat, wird für einige Genießer der Preisbereich der Auslese** der spannendere werden. Hier sind wir preislich auf Augenhöhe mit den allerbesten GGs, aber sogar noch günstiger als viele der Tops, dennoch qualitativ auf einem Level. Während wir in der Auslese ** aus der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr noch von allem fast etwas zu viel haben in diesem monolithischen Druck, so ist das in dieser Sonnenuhr harmonisch ausgewogen und auch eleganter, weil es die noch feinere Lage ist. Es ist die Quadratur des Kreises im 2023er Jahrgang, der diese verblüffend kühle Eleganz mit so viel mineralischer Kraft verbindet. Dazu hocharomatisch und trotz der gewaltigen Konzentration und hohen Frische auch schon recht zugänglich. Es erinnert mich an eine Mischung aus 2015 und 2016, weil wir die Elektrizität und Power und eben auch diese ungeahnte Eleganz haben. Die Frucht ist subtil, das Gestein steht vorne. Hochfeiner Traubenduft, dann immer wieder Muschelschale, Fenchelgrün und Anis. Die Salzigkeit kommt ganz zart, aber sehr bestimmend im Nachhall auf. Das ist der erste Wein des heutigen Tages, immerhin an knapp dreißigster Stelle der Verkostung, der in sich so absolut komplett und perfekt ist. Auch die Spätlese aus Ürzig ist grandios, die Auslese aus der Juffer-Sonnenuhr, aber überirdisch fein und elegant ist erst diese Auslese** aus Zeltingen. Weil die Schwerelosigkeit nur gefühlt ist und wir dennoch so immens viel Druck dahinter haben. Das ist ein Riesling für Jahrzehnte, der trotzdem eine riesige Delikatesse ist. Weltklasse! 98-100/100,