Markus Molitor bewirtschaftet seit dem Jahrgang 2021 eine winzige Parzelle in dieser berühmtesten Lage der Saar, nicht ganz ein Drittel Hektar. Legendär durch Egon Müllers Süßweine, aber dass auch große trockene Weine hier möglich sind, beweist neben Van Volxem nun auch Molitor. Die weiße Kapsel wird nur in kleinster Auflage erzeugt. Es ist das Ergebnis einer makellosen, fast manischen Beerenselektion. Aus dem großen, großen Jahr 2023, das an der Saar bei den Besten so famos war, kommt aus dem Scharzhofberg eine absolute Legende. Diese irrwitzige Konzentration aus dieser kühlen Lage herauszuzaubern, da muss man schon ein bisschen positiv verrückt sein. Ich kann mir nur vorstellen, wie hoch der Selektionsaufwand für diesen Stoff gewesen sein muss. Hochverdichtet wie aus einem Guss, zarter Holztouch, Mandarine, Grapefruit, Orangenblüten und auch eine Prise Safran, die ich bei Molitors 2023ern häufiger hatte. Was für eine Köstlichkeit. Denn bei aller Kraft und mineralischen Konzentration schmeckt dieser Scharzhofberger auch noch vorzüglich. Wer es sich leisten kann, der sollte in der Jugend mal eine Flasche öffnen, das ist ein Riesenspaß für Saarfreaks. Er steht wie immer auf Augenhöhe neben dem trockenen Domäne Serrig Vogelsang, der völlig anders, aber genauso gut ist. Wobei ich 2023 Serrig natürlich noch nicht probiert habe, der 2021er Serrig kann mit diesem 2023er Scharzhof nicht ganz mit. Saarwein wie vor 100 Jahren zur goldenen Zeit. Das ist eine eigene Liga. Nun hat Markus eigentlich alle Legenden der Mosel in seinem Portfolio, vielleicht fehlt noch der Calmont, aber an dieses Trio Infernal käme er wohl ohnehin nicht ran. Rien ne va plus. Ein Einstand, der besser nicht hätte sein können, schon in den ersten Jahrgängen. 100+/100,