Wer das Glück hat, eine Flasche des Fac-Similé von Jérôme Prévost zu ergattern, hält einen der rarsten und begehrtesten Schaumweine der Champagne in den Händen. Prévost ist ein Meisterschüler des legendären Anselme Selosse, bewirtschaftet in Gueux in der Montagne de Reims gerade einmal zwei Hektar. Der Fac-Similé ist im Grunde die flüssige »Fotokopie« (daher der Name) seines ikonenhaften weißen Les Béguines – jedoch veredelt mit rund 10 bis 12 Prozent stillen Rotweins aus einer winzigen Parzelle von uraltem Pinot Meunier. Das Ergebnis? Ein monumentaler, zutiefst vinöser Rosé abseits jeglicher Klischees. Ein faszinierendes, kaleidoskopisches Bouquet. Es changiert zwischen wilden Erdbeeren, Himbeeren und Sauerkirschen, untermalt von getrockneten Rosenblättern, Blutorangenzeste und edlen Gewürzen. Mit etwas Luft offenbaren sich rauchige Holznoten, Brioche und die unverkennbare, kreidige Mineralität des Bodens von Gueux. Die sehr niedrige Dosage von 2.5 g/l lässt der vibrierenden Säure und der salzigen Mineralität den vollen Vortritt. Er besitzt eine packende, fast burgundische Textur und eine feine, zart herbe Phenolik im unendlich langen, präzisen Finish. Das Einhorn unter den Rosé-Champagnern!