Lobenberg: Wie immer bei Stodden komplett entrappt. Alexander mag keinerlei grüne Noten in seinen Weinen. Spontane Angärung im Edelstahl, Ausbau in Barriques in dritter Belegung und ungefähr 10 Prozent Neuholzanteil. Alexander Stodden hat sich einen Wasservorhang gebaut für die Gärungen, weil er bei der Operation am offenen Herzen der Entrappung keinerlei Staub und Partikel haben wollte. Da das Ahrtal einer großen Baustelle glich, hing permanent und überall eine große Staubwolke im Tal. Im JS noch mehr als dem J begeistert diese feine Extraktsüße, die Weine sind knalltrocken, aber sie duften so wunderbar köstlich nach reifen Beeren und süßen Gewürzen, Rosenblätter, Grapefruit, Nelken, Lakritze und feine Salzkaramelle. Im Gegensatz dazu kommt der Mund dann aber mit einem mineralisch-salzigen Druck angerauscht. Tolles Säurespiel, die Energie erinnert etwas an 2019, aber es kommt schlanker und zarter rüber. Diese kanalisierte Frische, zusammen mit der feuersteinigen Schiefermineralik, die den Wein mit viel Nachdruck marmoriert, ist schon ziemlich einmalig in 2021. Ein feinnerviger, elektrisierender JS, der ganz anders geartet ist als die warmen Vorjahre. Ein Spätburgunder für Rieslingtrinker, mit grandioser Spannung und krachender Mineralität. So moselanisch tänzelnd und frisch hat die Ahr lange nicht mehr geschmeckt. Die feine Handschrift von Alexander Stodden mit seiner kompletten Entrappung passt zudem ganz hervorragend zu diesem feineren Jahr. 94+/100