Die Juffer-Sonnenuhr BA kommt schon im Duft intensiv, tief und raumgreifend daher. Eine hochfeine Duftwolke mit gebackenem Pfirsich, Zitronentarte und gelben Blüten, dazu auch saline Anklänge, etwas Meeresbrise, Muschelschale. Der steinig-salzige Unterton scheint hier deutlich hervor, der dunkelmineralische Charakter der Juffer-Sonnenuhr ist ganz klar da. Ein Merkmal ist diese verblüffende Klarheit, diese Transparenz, die den Lagen-Charakter wunderbar zum Ausdruck bringen kann, zumindest wenn so makellos und penibel gearbeitet wird wie bei Oliver Haag. Der Mundeintritt ist fast überwältigend, so reich und intensiv, ergreifend, alles einnehmend, dabei doch so präzise und fein. Mit einem fesselnden Zusammenspiel aus vibrierender Salzigkeit, Schiefernervigkeit, voluminöser Frucht von Grapefruit, Melone, gelbem Pfirsich. Die Augen werden schmal ob dieser Intensität und laserfokussierten Säurefrische. So fein verwoben, wow, ist das ein großer Stoff. Es folgt ein Finale, das keine Gefangenen macht. Der Wein hört nicht mehr auf, steht für Minuten im Mund, monumental. Zweifelsfrei ein Wein für Jahrzehnte. Von Anfang bis Ende ein überwältigender Riesling. Man kann einfach dankbar und happy sein, wenn man ein Fläschchen von diesem Elixier im Keller hat.