Der Ertrag lag im Betriebsschnitt bei nur 20 hl/ha, also schon dramatisch wenig, aber etwas mehr als im Vorjahr 2024. Vor allem die starken Regenfälle im Spätsommer haben zu Verlusten geführt. Die Lese begann bei Egon Müller am 17. September mit den Kabinetten und dauerte bis 18. Oktober an, mit Lesepausen dazwischen aufgrund der Regenfälle. Die Botrytisentwicklung war da, es musste allerdings auch hier immer wieder zugewartet werden, dass es gut eintrocknet. Die zu nasse Botrytis musste verworfen werden. Die Kabinette wurden in den ersten vier, fünf komplett regenfreien Lesetagen quasi botrytisfrei geerntet. Zarte Reduktion in der Nase, dann warme, dichte Zitrusfrucht mit Grapefruit, Blutorange und leichtem Kräutertouch. Er baut einen dramatischen Spannungsbogen im Mund auf, hohe Säuren und hohe Aromatik treffen aufeinander. Das kracht ordentlich. Ein Jahrgang voller Elektrizität, aber anders als im Vorjahr nicht über diese extreme Strenge kommend, sondern mit einem klein bisschen wärmenden Händen im Rücken. Gigantisch straff und strukturiert ist das aber auch.