Der Ertrag lag im Betriebsschnitt bei nur 20 hl/ha, also schon dramatisch wenig, aber etwas mehr als im Vorjahr 2024. Vor allem die starken Regenfälle im Spätsommer haben zu Verlusten geführt. Die Lese begann bei Egon Müller am 17. September mit den Kabinetten und dauerte bis 18. Oktober an, mit Lesepausen dazwischen aufgrund der Regenfälle. Die Botrytisentwicklung war da, es musste allerdings auch hier immer wieder zugewartet werden, dass es gut eintrocknet. Die zu nasse Botrytis musste verworfen werden. Die Auslesen von Egon Müller bestehen in quasi jedem Jahrgang zu nahezu 100 Prozent aus überwiegend botrytisierten Trauben. Das ist schon besonders. Es gibt kaum einen anderen Betrieb, bei dem das in diesem Maße praktiziert wird. Ich bin sehr erstaunt, wie clean und präzise die Botrytis in 2025 geraten ist. Man musste eben sehr sauber selektieren. Die Botrytis ist dann stellenweise wieder gut eingetrocknet nach den Regenfällen, was eben diese wunderbare Klarheit ausmacht dann. In Salz und Zucker gewendete Zitrusfrucht, Yuzu, Feuerstein, weißer Pfeffer. Das Faszinierende am Scharzhofberg ist ja, dass es selbst in der Auslese mit so viel Botrytis diese wahnsinnige Spannung und Elektrizität behalt, diesen flintigen Charakter einfach durchzieht und dadurch so rassig und straight bleibt. An der Mittelmosel wäre das mit solchem Traubenmaterial niemals sooo straff und energiegeladen. Sehr speziell, aber sehr, sehr gut.