Für die restsüßen Weine wendet Ernie seit geraumer Zeit ein Verfahren an, dass er Teabag-System nennt. Also eine Infusion von ganzen Beeren wie bei einem Teebeutel. Dazu werden ungefähr 10 Prozent ganze Trauben in die Tanks gegeben, dann kommt der frische Traubenmost drauf und die Spontangärung beginnt. Anschließend wird der Wein von den Trauben abgestochen und ins Holz gegeben zur Lagerung. Ernie geht immer mehr zurück auf Holz, für die GGs sowieso, aber nun auch für die Prädikate. Nach einem relativ warmen Sommer mit guten Niederschlägen sah alles nach einem relativ entspannten Jahr aus. Dann ging es aber sehr früh in die Lese, währenddessen ein größerer Regen einsetzte. Dann musste es richtig schnell gehen und auch viel ausgelesen werden. Die Erträge wurden dadurch dezimiert, am Ende war es mengenmäßig kein so großes Jahr wie gedacht. Das Ergebnis ist ein köstlich intensiver, aromatischer Jahrgang mit satter Power mit einer Tendenz zu Jahren wie 2023 oder 2015, weil auch die Säurefrische erstaunlich hoch geblieben ist, trotz satter Mostgewichte. Der Würzgarten ist ein Hammer-Kabinett! Intensive, warme Agrumenfrucht mit Kumquat, grüne Mango, Rosenblätter. Der Mund ist so pikant, so rassig, viel Power und trotzdem dieser hohe Oszillograph aus Frucht, Salz und saftiger Säurespur. Enormer Spannungsbogen.