Klassischer Ausbau im Barrique, rund ein Drittel neues Holz. Die Nase ist recht fein, fruchtbetont und eher im rotfruchtigen Spektrum angesiedelt, ein bisschen Rauch, zarte Salzkaramelle, Schattenmorelle, rote und schwarze Johannisbeere, sehr klassisch Gevrey. Der Wein ist etwas weniger rauchig als sonst, zeigt aber ebenso transparent das dunkle Terroir von Gevrey, die graphitige Textur. Der Mund läuft 2021 sehr klar auf der Sauerkirsche, Teer und Graphit als mineralische Unterlage, dennoch sehr elegant, schlank gebaut, schön gerade. Schöne saftige Kirschfrucht, aber auch das geschieht ohne Wucht, eher fein und elegant, gar nicht so immens konzentriert, sondern trinkfreudig und ausgewogen. Thierry Mortets Weine sind ja ohnehin immer erstaunlich leichtfüßig, elegant und schwebend. Es läuft nie so sehr auf die Dichte hinaus, aber hat schon die feste Struktur des Kalksteins in sich, die vor allem im Nachhall nochmal mächtig reingreift. Das sehr feine Tannin kleidet den gesamten Mund aus. Elegant und saftig, ein fast zarter Ausdruck von Gevrey, wäre da nicht auch die etwas herbere Seite der Frucht und dunkelwürzige Mineralanmutung.