In 2024 war Vosne Romanée von leichtem Spätfrost getroffen und darüber hinaus von starken Mehltauattacken befallen. Nahezu alle Domaines im Ort haben einen erheblichen Teil ihrer Ernte verloren in diesem Jahrgang. Es ist ein strafferes, kühleres und schlankeres Jahr der alten Schule, nicht so überschwänglich wie 2023, sondern eleganter und reduktiver. Ein ganz anderer Typ, ich finde die besten, schlanken und feinen 2024er superb, aber sicher werden manche die heißen Blockbuster-Jahre bevorzugen. Biologischer Anbau, einige biodynamische Praktiken, die meisten Arbeiten geschehen nach dem Mondkalender. Und das schon seit 2010, allerdings ohne Zertifizierung, weil es für Nicole Lamarche eine Herzensangelegenheit und Philosophie ist und kein Papierkrieg. Der Echezeaux von Lamarche stammt aus zwei Parzellen: Clos Saint Denis und Vignes Blanches, die im mittleren Teil liegen, also ziemlich im Herzstück nahe bei Les Suchots. Das Schöne an diesem Echezeaux von Lamarche ist, dass er nicht so dunkel ist. Schon etwas dunkler und wärmer als ihre Vosne-Weine, aber im Kontext dieser Lage einer der rotfruchtigeren und feineren Auslegungen. Tatsächlich ist die Frucht hier eher rot schattiert, typisch ist hingegen die große Süße, die der Wein ausstrahlt. Herzkirsche in der Nase, auch Creme de Cassis, Veilchen und Pfingstrosen, dunkle Valrhonaschokolade. Der Mund wird von einer feinen Säure getragen, die diese cremige Dichte des Weinbergs vor sich hertreibt. Die Frucht ist dunkler, cremiger, reicher und etwas schokoladiger als in den Vosne-Weinen. Die Beerenfrucht ist mild und würzig, schiebt sich warm und lang über die Zunge. Es ist der feinere, geschmeidigere Wein neben dem Powerteil Clos de Vougeot, der mehr zu Struktur geht. Ob man eher auf die weichere Seite des Echezeaux steht oder das Herbere des Clos de Vougeot ist Geschmackssache. Selbst beim Echezeaux ist die Struktur bei Lamarche unglaublich fein und geschmeidig, packt schon zu, bleibt aber immer auf der zarteren Seite für diese Appellation.