Dominio de Anza: Finca el Rapolao 2024

Dominio de Anza: Finca el Rapolao 2024

Holzkiste

Zum Winzer

Alicante Bouschet, Mencia, Sousao, Diverse
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2054
Verpackt in: 6er OHK
pikant & würzig
saftig
strukturiert
Lobenberg: 98–100/100
Parker zu 2023: 97/100
Galloni zu 2023: 97/100
Spanien, Bierzo
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Finca el Rapolao 2024

98–100
/100

Diego Magana ist der Schüler und Ziehsohn von Raul Perez, jenem Unikat und Haudegen, der als ehemaliger Frontmann von Castro Ventosa (das ist inzwischen der geniale Neffe Cesar Marquez) und dann unter seinem eigenen Namen inzwischen berühmt geworden ist in Bierzo. Das hier ist Bierzo in extremer Form: 600 Höhenmeter in Villafranca del Bierzo. Die Landschaft erinnert aber abs Burgund. Diego Magana kann seinen Lehrmeister Raul nicht leugnen, er übertrifft ihn manchmal gar in seinen extremen Ausprägungen. Der Mann geht seinen Weg, ganz ohne Frage. er ist ein echter NERD. Dieser Rapolao-Weinberg besteht aus rotem Lehm mit extrem hohem Eisenanteil. Mencia und Alicante Bouschet, die ja bekanntlich sehr farb- und fruchtintensiv ist, Souson und Dona Blanca im gemischten Satz. Wurzelechte Buschreben, über 100 Jahre alt, auch wenn sie gerade nach der Phylloxera gepflanzt wurden. Der Weinberg hat nur 0,49 Hektar, denn bei diesem Wein handelt es sich um einen Single Plot aus der Lage Rapolao, die 3,5 Hektar groß ist. Wie alle Rapalaos eine Pacht vom Besitzer Castro Ventosa, der Keimzelle der Familien Perez und Marquez. Die Exposition ist überwiegend westlich und ein ganz kleiner Hauch südlich. Der Weinberg ist aber morgens und mittags beschattet und bekommt nur die mildere Abendsonne ab. Extreme Steillage. Dieser Weinberg hat lange brachgelegen, weil die Menschen vermieden haben, in dieser extremen Lage zu arbeiten. Auch, weil der Wein durch seine beschattete Lage manchmal nicht reif wurde. Da hilft natürlich der Klimawandel. Der Curullon-Berg steht direkt vor diesem kleinen Weinberg und hält eben das Sonnenlicht speziell am Vormittag ab. Die Trauben werden also immer ziemlich spät und unterschiedlich reif, sodass man in kühlen Jahren mehrfach durch den Weinberg gehen muss. Es wird biologisch gearbeitet. Alles Handarbeit in Steillagen. Handlese, Entrappung und Zugabe der reifen Rappen zur Gärung. Alles vergoren im offenen 500 Liter Tonneau. Auch der Ausbau findet im Tonneau statt, allerdings nur gebrauchtes Holz. Schon an der Farbe sieht man, verglichen mit dem Zweitwein, den höheren Anteil von Alicante Bouschet. Der Wein hat ein intensives Sauerkirschrot mit intensiven schwarzen Reflexen. Die Nase ist Eisen und Blut pur. Würzig, dunkle Erde, Estragon, Koriander, Pimentpfeffer, schwarzer Pfeffer, richtig Schärfe kommt aus dem Glas. Schon erstaunlich, wie sich ein Boden komplett ausdrücken kann im Geruch. Von den Rappen eine schöne Würze, eine leichte Vegetabilität kommt dazu. Etwas Wirsing, etwas Kohlrabi, Rosenkohl und grüne Olive. Dann satte Orangenzesten und etwas Zitrusaromen. Im Mund saure Himbeere, rote Johannisbeere, krautwürzige Cranberry. Hintergrund erdige weiße Trüffel, schwarzer Pfeffer und bitterer Espressokaffee. Was für ein schräges Elixier. Aber durchaus genussvoll trinkbar, durchaus viel Freude bereitend. Dekantieren bitte! Also nicht nur schräg, wie manch ein Wein aus Georgien. Nicht nur eine Erfahrung, sondern auch ein mit Freude trinkbarer Wein. Aber dieser hohe Eisenanteil, dieses Blutige und Karge, mit den Gewürzen und der starken Rappigkeit – selbst im Burgund finde ich das so nicht, im Burgund könnte es ein sehr karges und kühles Jahr Nordhang Chambolle Musigny sein. Wahrscheinlich müsste ich den Wein eher im Jura verorten (Bastardo bzw. Trousseau) oder aus Arbois, oder Nordhang kühles Jahr Nebbiolo aus Aosta? Das mag es eher treffen. Wenn die Mosel einen roten Riesling hätte, hier ist er! Der Gaumen ist für Minuten belegt von diesem blutigen, rotfruchtig kargen Gemetzel, von dieser Eisen-Anmutung mit Rappen. Das ist eine echt atemberaubend witzige Freakshow. Die Augen ziehen sich zusammen, die Zunge rollt sich. Diese wahnsinnige Frische und Würze… Trotzdem ist er ein schlanker, ein extrem eleganter Wein. Die Tannine sind super geschliffen. Auch wenn Stein und Salz durchknallen, tun sie das nicht mit Fett, sondern leicht spröde. Ich bin völlig geflasht. Der Wein hat einen trumhaften Schliff und feinen Trinkfluss. Was dazu kochen? Ein Coq au Vin in säurebeladenem Rotwein gekocht wäre vielleicht passend, oder vielleicht geht ein Wildgeflügel. Das wird ein großer Abend, weil es einfach ein großer Wein ist.

Jahrgangsbericht

Der vom Cool-Climate geprägte Jahrgang 2024 gilt in Spanien bei den Top-Winzern als grandioser Erfolg. Deutlich schlanker und kühler als 2023, bestechen die Weine dank extrem zeitiger Lese mit vibrierender Rasse, brillanter Frische und einer aufregenden, glasklaren Struktur auf dem Niveau der Legendenjahre.

Verkostungsnotiz
97
/100

Parker zu 2023 über: Finca el Rapolao

The 2023 Dominio de Anza Finca El Rapolao was produced with grapes from a centenary plot on red clay soils at 540 meters above sea level. The grapes were picked in three passes and fermented separately in bins, with a variable percentage of full clusters and with indigenous yeasts. The juice also matured separately in 500-liter barrels for 12 months. It comes in at 12.8% alcohol, with a pH of 3.4 and 5.4 grams of acidity. He makes one of the most elegant wines from El Rapolao, one that's fine-boned, perfumed and floral, with fine-grained tannins. 2,000 bottles produced. It was bottled in September 2024.

Verkostungsnotiz
97
/100

Galloni zu 2023 über: Finca el Rapolao

The 2023 Rapolao is a Mencía from Valtuille Abajo in Bierzo. This is intense, with hints of violet, orange and pomegranate. Juicy and lightly grippy, it delivers a fine-textured palate with purity and depth, both aromatically and in flavor. This is a complex, refined and accomplished expression.

Mein Winzer

Dominio de Anza

Als Sohn von Juan Magana, dem mit Vina Magana eines der berühmtesten Weingüter in Navarra gehört, arbeitete Diego Magana fast zehn Jahre mit seinem Vater Seite an Seite. Die Bekanntschaft mit Bierzo-Superstar Raul Perez und die eigene Liebe zu den Weinen dieser Region entfachte in Diego Magana...

Finca el Rapolao 2024