David Moret arbeitet nur mit Schwerkraft, kein Pumpen, alles geht direkt ins Fass. Im Sommer wird dann vom Fass in Inox umgezogen vor der Abfüllung im Winter nach einem Jahr Ausbau. Auch die Abfüllung erfolgt ohne pumpen. Alle 1ers Crus bekommen rund 30 Prozent neues Holz. Der Wein hat von allen die apfeligsten Noten, aber auch Apfelblüten. Er ist deutlich mineralischer in der Anmutung als der Charmes. Aber ebenfalls sehr verspielt und lebendig. Marzipan und grüne Früchte sind hier präsent, auch Pfirsich und grüne Kiwi. Delikat und erfrischend. Fein so. Für Meursault-Kenner gibt es nur drei überragende Lagen in Meursault, der mineralisch ausdrucksstärksten Weißwein-Appellation in Burgund. Hier gibt es, aus welchen historischen Gründen auch immer, keine Grand Cru-Lagen, sonst wäre es eindeutig 'Perrières'. Die wahre 1er Cru-Liga darunter teilen sich 'Les Charmes' und 'Les Genevrières', der Angreifer 'Gouttes d'Or' ist so rar, dass er nur Insidern bekannt ist. Aber sicher ist unter den drei genannten Genevrières der Star, weil es einfach der größte Wein ist in der Regel. Mit einer Flasche Genevrieres macht man in kaum einem Stadium etwas falsch, es ist fast immer on-point. Wow, 2021 hat so viel Schub aus der Mitte, Mirabelle, Grapefruit, gelber Apfel, schiebt, dicht, zum Kauen. Dann Minzblätter und feiner weißer Pfeffer, die dem ganzen eine geniale Frische einhauchen. Ein großer Wein, der wunderbar charming ist und doch so viel Mineral in sich trägt. Genevrières kann diesen Spagat wie kein zweites Climat. David Moret hat in 2024 wirklich sehr beeindruckende und tiefe, reiche Burgunder gekeltert.
2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.