95 Prozent Merlot und fünf Prozent Cabernet Franc. 14,5 Volumenprozent Alkohol. Der Wein ist sehr Castillon – also Saint-Émilion, nur in preiswerter. Ein wahnsinniges, atemberaubendes Preis-Leistungs-Verhältnis! So dicht, so reich, so voluminös in der Nase. Wow, so viel Druck! Ein satter, samtener Schwarzfruchtteppich mit schwarzer Kirsche, Lakritze und so viel Üppigkeit aus Blumen. Trotzdem hat Cathérine laut eigener Aussage versucht, alle ihre Weine komplett zur Finesse zu vinifizieren. Nichts wurde scharf extrahiert, das zeigt sich auch in dieser unglaublichen Weichheit der voluminösen, satten Tannine. Trotzdem ist es einfach viel Wein in der Nase. Im Mund schwarze Kirsche, rote Kirsche und Sauerkirsche, dazu helle Lakritze und ein bisschen Veilchen. Durchaus verspielt mit seidigem Tannin, aber ziemlich viel Grip. Ein bisschen Chilischärfe und weißer Pfeffer. Ziemlich intensiver Nachhall. Kein großer Wein, aber für einen kleinen Wein ist das schon ziemlich groß. Wunderschöner Castillon! Der Wein ist genauso eindrucksvoll wie 2020, hat aber mehr Fülle und ist gleichzeitig etwas weicher im Tannin, etwas delikater. Schicker Castillon und ein Preis-Leistungs-Wunder! 95/100Das Weingut gehört Cathérine Papon-Nouvel, ist biologisch zertifiziert und liegt in Castillon, aber direkt an der Grenze zu Saint-Émilion an den unteren Hängen. Dieses Weingut liegt direkt vis-a-vis Lafon la Tuilerie. Wir haben hier einen lehmigen Oberboden mit Kalksteinuntergrund. Cathérine Papon-Nouvel gehört zu den Biodynamikern der ersten Stunde mit ihren Weingütern Gaillard, Petit Gravet Aine, Clos Saint Julien und eben Peyrou. Der Wein wird spontan im Stahl vergoren und danach in überwiegend gebrauchten Barriques für 12 bis 15 Monate ausgebaut. Der Wein besteht aus 100 Prozent Merlot, uralte Reben, über 75 Jahre alt. Gerade einmal 4,5 Hektar Rebfläche. Cathérine Papon-Nouvel sortiert seit 2017 mit der von Château Ausone zuerst praktizierten Zuckerwasser-Sortierung. Nach kompletter Entrappung wird noch einmal nachsortiert, nur total cleane Beeren kommen in diese Lösung. Die Zuckerwasser-Konzentration entspricht dabei exakt dem des Safts vollreifer, gesunder Beeren. Das Ergebnis: In diesem Wasserbad sacken nur die reifen Beeren herunter, die man optisch von den etwas unreiferen nicht unterscheiden kann. Die unreifen Beeren bleiben auf der Oberfläche schwimmen und können abgeschöpft werden. Anschließend laufen die gesunden Beeren natürlich vor der Vergärung durch Klarwasser. Erst nach der Trocknung werden sie in die Vergärung gegeben.