Beychevelle besteht 2022 aus 54 Prozent Cabernet Sauvignon, 42 Prozent Merlot und vier Prozent Petit Verdot. Wow, was für eine lustige Nase! Holunder und Wacholder mit Veilchen. Nicht schwer, nicht süß. Lakritze ist da, aber sehr fein, dazu schwarze Olivenpaste, aber nicht sämig-süß. Das Ganze ist extrem poliert und schon in der Nase verspielt und komplex. Wie immer in Saint-Julien einer der interessantesten Gaumen, weil er einfach so verspielt ist. Ein typischer Vertreter der Appellation, aber auch gleichzeitig eine tänzelnde Feinheit, im Grunde eine Art Cheval Blanc aus Saint-Julien. Spielerische Leichtigkeit und trotzdem viel Substanz. Druck, Kraft und Tannin, aber alles bleibt auf der feinen Seite. Mit das Burgundischste, das Saint-Julien zu bieten hat. Von daher immer ein sehr spannender Wein. Ich finde ihn wieder einmal grandios! 97-100/100 *** Mit 90 Hektar Rebfläche, von denen allerdings nur 77 zum Saint-Julien zählen, gehört Château Beychevelle zu den großen Châteaux in Bordeaux. Sorgfalt und Qualität leiden aber nicht unter dieser Größe: Die Lese von Hand, das sorgfältige Sortieren, das anschließende Entrappen und das Aussondern des Pressweins sind Standard auf Château Beychevelle.